Schlagwort: Museum Gunzenhauser

  • Chemnitzer Museumsnacht 2019 – Nachts sind alle…

    Nachts sind alle Eulen blau? Nee, das ist wohl nicht das Motto der Chemnitzer Museumsnacht 2019, welche den Zusatz „der Moderne“ im Titel eingefügt trägt, als würde sie schon immer so heißen. Wie wäre es mit „Nachts sind alle Museum offen“? Es ist die 20. Museumsnacht in Chemnitz, eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen in der Stadt. Tausende Besucher, wenn auch nicht zehntausend, begrüßen die beteiligten Institutionen. Und somit schreiben wir aus Tradition heraus auch mal wieder eine kurze Veranstaltungs-Info. Ja, die Museumsnacht gehört zu den festen Daten hier auf Chemnitz lebt , dem dienstältesten Blog in Chemnitz.

    Das Programm der Museumsnacht hat in Printform reichlich 46 Seiten, natürlich mit Info zum – wie immer im Preis inbegriffenen – Shuttleticket. Wurde das vergangenes Jahr auf 10 Euro und 5 Euro von 8 und 3 erhöht? Hm. „Nachttour der Moderne“ ist dann tatsächlich das Motto und das wurde nicht wegen des 20-jährigen Veranstaltungsjubiläums ausgewählt, sondern zu „100 Jahre Bauhaus“, welche sich mehr als die Hälfte der 30 Standorte auch extra widmen und auf Seite 4 extra hervorgehoben sind. Prädestinierte Standpunkte dafür sind natürlich das Stadtbad und das Schocken, aber auch andere schließen sich an, etwa wenn die gebürtige Chemnitzerin Marianne Brandt, eine weltweit bekannte Bauhauskünstlerin, gefeatured wird.

    Was? Chemnitzer Museumsnacht 2019
    Wo? überall im Stadtgebiet
    Wann? 11. Mai 2019 von 18 Uhr bis 1 Uhr
    Wieviel? Eintritt: 10 Euro bzw. 5 Euro erm., Kinder bis 14 J. frei

  • 300 x Dix im Museum Gunzenhauser

    Mädchen am Sonntag. Das ist kein Poptitel und kein filmisches Schauspielerinnen-Portrait. Oh doch, hoppla, letzteres ist es wohl auch. Es gibt wohl kaum eine Wortanreihung, die nicht als Film schon lief, oder? Wie auch immer. Viel älter als jene als „Gebraucht – Sehr gut“ verfügbare DVD für elffünfzig mit den Sonntagsmädchen ist das Bild von Otto Dix, welches Teil der „weltgrößten Dix-Sammlung“ ist. 300 x Dix und das nicht an den Thermopylen, sondern im Zentrum von Chemnitz. Dort im ehemaligen Gebäude der Sparkasse, wo seit nunmehr zehn Jahren ein Museum ist. Dabei sind Werke aller Schaffensphasen, Stile und künstlerischen Techniken gezeigt und die 300 ist noch eine Untertreibung, da es fast 400 seien. Viele aus dem Nachlass des Stifters. Von frühen expressionistischen Werken über Hauptwerke der Neuen Sachlichkeit bis hin zu den großen symbolischen Landschaften aus seiner Zeit der Inneren Emigration. Viel zu sehen also. Nicht im kleinen Kämmerlein, sondern auf allen vier Etagen des Hauses. Und dann gibt es da noch einen Raum, welcher euch mitunter schockieren wird. Und „Lol“, das ist kein Clickbait, sondern wird sogleich eingelöst.

    Das Mädchen am Sonntag sieht in meinen Augen gar nicht so aus, wie ich mir die Stimmung an so einem „off-tag“ vorstelle: Schleife im ordentlich gemachtem Haar und gepflegte Kleidung sind das eine. Aber der Gesichtsausdruck? Die Interpretation und so weiter zu den Bildern überlasse ich anderen. Es werde neben Abschied von Hamburg (1921) und dem Aquarell Artistin (um 1923) etwa zu den frühen Hauptwerken der Neuen Sachlichkeit gezählt. Der im nahen Gera geborene Künstler stehe in der Tradition von Toulouse-Lautrec, so Kurator Stefan Dahme. Porträts, Selbstbildnisse sind zu sehen. In der Ausstellung werden 40 Gemälde, 50 Aquarelle und Gouachen, 100 Zeichnungen und 110 Grafiken von Otto Dix gezeigt.

    Geöffnet hat das Museum Gunzenhauser von Di – So und an Feiertagen von 11 – 18 Uhr. Führungen werden am Donnerstag, Sonntag und Feiertag um 16 Uhr angeboten sowie Freitag und Samstag jeweils 12 Uhr. Achja, und mit unserem Chosy Gutschein… na, ihr wisst schon.

  • Zehn Jahre Museum Gunzenhauser

    Gerade noch habt ihr eure Kontoauszüge hier geholt und vielleicht eine Überweisung für E-Plus gemacht, vielleicht aber auch die Rechnung fürs iPhone 3GS hier bezahlt? Erinnert ihr euch noch daran, dass hier auf der Stollberger Str. 2 einst eine Sparkasse war? Seit nun 10 Jahren ist das Museum Gunzenhauser im markanten Gebäude. Das ist offensichtlich ein Jubiläum und das wird gefeiert.

    Am 2. Dezember 2017 feiern die Kunstsammlungen Chemnitz und die Stiftung Gunzenhauser mit einem umfangreichen Programm das zehnjährige Jubiläum des Museums Gunzenhauser. Bei freiem Eintritt können Besucher ein vielfältiges Programm aus Führungen, Musik, Angeboten für Kinder, Vorträgen und einem offiziellen Festakt erleben.

    Bereits ab 11 Uhr und bis 16 Uhr könnt ihr beim Kreativ-Workshop mitmachen. Bastelt Pop-Up-Karten nach Motiven des Museums Gunzenhauser. Ab 16 Uhr lädt ein Festakt, danach sind Vorträge auf dem Programm. Am Abend heißt es dann „GUNZENHAUSER GOES GIPSY, JAZZ & SWING“ mit Hot Club d’Allemagne aus Leipzig. Den ganzen Tag über gibt es Führungen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Dafür ist vielleicht noch interessant, was das Museum überhaupt bietet. Auf vier Etagen zeigt es Werke von der frühen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst, darunter Hauptwerke bedeutender Künstler wie Otto Dix, Alexej von Jawlensky, Gabriele Münter, Paula Modersohn-Becker, Max Beckmann, Willi Baumeister oder Andy Warhol. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Künstler im Umfeld des Blauen Reiters sowie die Vertreter der Neuen Sachlichkeit um Otto Dix, dessen Konvolut von etwa 380 Werken nicht nur das Herzstück der Sammlung bildet, sondern auch zu den größten und bedeutendsten Dix-Beständen weltweit gehört. Die zunächst etwa 2.500 Werke umfassende Sammlung erfuhr eine beträchtliche Erweiterung, als 2017 weitere 450 Werke aus dem Nachlass des im November 2015 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Stifters Alfred Gunzenhauser in den Bestand des Museums gelangten.

    Wir sagen herzlichen Glückwunsch, Museum Gunzenhauser und wer die Gelegenheit auf einen gratis Besuch nicht hat, der kann auch später mit unserem Gutschein kommen. Im Chosy ist ein Gutschein des Museums enthalten, eine komplette Übersicht über alle erhaltet ihr hier auf der Homepage des Gutscheinbuchs für Chemnitz.

  • Chemnitzer Museumsnacht 2017 mit Hang zur Kultur

    Die Chemnitzer Museumsnacht ist eine feste Konstante im kulturellen Veranstaltungskalender. Eines der Events, welches selbst ins Museum gehört? Wie zweideutig. Natürlich locken wieder alle Ausstellungsinstitutionen in ihre Häuser, aber es gibt auch wieder das „besondere Angebot“ mit dem „Hang zur Kultur“. Dahinter verbirgt sich die Einbindung des südlichen Sonnenbergs, wo zwischen Augustusburger Straße und Fürstenstraße zwölf Standorte besuchbar sind, etwa der KaffeeSatz. Hier gibt es Werke von Sonnenberg-Künstlern zu sehen sowie ab 18 Uhr ein Gartenlesefest. Später ist dann auch der sächsische Poerty-Slam-Meister Erik Leichter zu Gast.

    Ausgabe Nummer 18 also. Kunstsammlungen Chemnitz, Museum Gunzenhauser, smac, Tietz, das Museum für sächsische Fahrzeuge und das Industriemuseum sind feste Größen. Sie zeigen etwa Werke des deutschen Expressionisten Fritz Ascher, Druckgrafik aus der Sammlung Hartmut Koch oder Otto Dix sowie Schätze der Archäologie Vietnams. Ordnet bitte selbst zu. Im Tietz wird das Thema Spurensuche des internationalen Museumstags aufgegriffen, währenddessen die drei eher industriegeschichtlichen Häuser sich dem Thema „Technik & Mode“ widmen. Das Programm im Deutsche Spielemuseum Chemnitz steht im Zeichen des Reformationsjubiläums und widmet sich mit Spielen und einem mittelalterlichen Jahrmarkt Luthers Zeiten. Die Phrase „und vieles mehr“ kann hier mit Sinn benutzt werden, denn es gibt wirklich viel zu entdecken. Sorry an alle nicht genannten. Das komplette Programm der Chemnitzer Museumsnacht 2017 gibt es hier auf der Seite der Stadt als PDF. Der Eintrittspreis ist identisch zu dem der Vorjahre und berechtigt wieder zur Nutzung der Verbindungen der CVAG.

    Wer eher weiter draußen zur Museumsnacht gehen möchte, hat z.B. in der Burg Rabenstein die Möglichkeit, jeweils stündlich an Führungen teilzunehmen und die Dauerausstellung Hans Carl von Carlowitz zu besuchen.

    Was? Chemnitzer Museumsnacht 2017
    Wo? überall im Stadtgebiet
    Wann? 20. Mai 2017 von 18 Uhr bis 1 Uhr
    Wieviel? Eintritt: 8 Euro bzw. 3 Euro erm., Kinder bis 14 J. frei

  • Nach Lichtenwalde bei der Museumsnacht

    Ganz versteinert stehen sie da, baden und schauen sich die Gegend an. Oder sollte man sagen, sie sind ver-betoniert? Nein, wir sind weder Gast bei Medusa noch bei der Mafia. Vielmehr ist der Schlosspark Lichtenwalde derzeit mit den „Alltagsmenschen“ bevölkert, einer Ausstellung der Künstlerin Christel Lechner mit 63 Skulpturen. Wer am kommenden Samstag zur Museumsnacht Chemnitz geht, der kann hier vor den Toren der Stadt ein besonderes Angebot wahrnehmen. Erstmals ist nämlich das Barock-Ensemble Schloss & Park Lichtenwalde mit von der Partie bei der koordinierten Öffnung der Museen und kulturellen Veranstaltungsorte der Stadt. Mit dabei sind wieder 34 Museen, Galerien und Einrichtungen an 32 Standorten, welche mit den Bahn- und Buslinien der CVAG sowie Shuttle-Sonderlinien verbunden sind.

    Museumsnacht_Chemnitz_2015Neben der Gelegenheit in Lichtenwalde einen Blick in die Schatzkammer, Salons und Schlosskapelle zu werfen, ist natürlich das „smac – Staatliche Museum für Archäologie“ ein Highlight. Neue Teilnehmer sind die Eisenbahnfreunde Richard Hartmann e. V. mit dem Maschinenhaus im Eisenbahnpark Chemnitz-Hilbersdorf und der Rotary Club Chemnitz mit der Ausstellung „Große Chemnitzer“ im Roten Turm. Weiterhin sind natürlich von den Kunstsammlungen, dem Spielemuseum, der Burg Rabenstein oder etwa dem Ebersdorfer Schulmuseum wieder alle bekannten Institutionen dabei, welche zusätzlich zu ihren Ausstellungen mit Musik und Aktionen euch als Besucher gewinnen wollen.

    Das komplette Programm der Chemnitzer Museumsnacht 2015 gibt es hier auf der Seite der Stadt als PDF.

    Was? Chemnitzer Museumsnacht 2015
    Wo? überall im Stadtgebiet
    Wann? 9. Mai 2015 von 18 Uhr bis 1 Uhr
    Wieviel? Eintritt: 8 Euro bzw. 3 Euro erm., Kinder bis 14 J. frei

  • Chemnitzer Museumsnacht 2014

    Chemnitzer_Museumsnacht_2014Jedes Jahr im Mai öffnen die Chemnitzer Museen koordiniert ihre Ausstellungen und bieten ein begleitendes Kulturprogramm an, welches viele Einwohner in die Einrichtungen lockt. Dieses Jahr ist es schon Anfang Mai soweit für die Chemnitzer Museumsnacht 2014. Gleich geblieben ist der günstige Eintrittspreis, welcher zudem die Benutzung aller Bahn- und Buslinien der CVAG sowie Sondershuttle ermöglicht.

    60 Ausstellungen an 29 Standorten im gesamten Stadtgebiet. Die Museumsnacht Chemnitz ist für viele zu einer festen Institution im Veranstaltungskalender geworden. Nummer 1 im Programmplan sind wieder die Kunstsammlungen am Theaterplatz, wo die Werke von „Malerei der Romantik“ und „Zeitgenossen der Moderne“ sowie weiteren Sonderausstellungen jedem Besucher offen stehen. Musik, Wein und Gespräche am Kunstwerk werden angeboten. In der Stiftskirche Ebersdorf ist dieses Jahr das „besondere Angebot“ mit Führungen durch das 1400 errichtete Glaubensgebäude sowie weitere Aktionen.

    Das komplette Programm der Chemnitzer Museumsnacht 2014 gibt es hier auf der Seite der Stadt (PDF 500 kb).

    Was? Chemnitzer Museumsnacht 2014
    Wo? überall im Stadtgebiet
    Wann? 3. Mai 2014 von 18 Uhr bis 1 Uhr
    Wieviel? Eintritt: 8 Euro bzw. 3 Euro erm., Kinder bis 14 J. frei

  • Chemnitzer Museumsnacht 2013

    Chemnitzer_Museumsnacht_2013Die Museumsnacht Chemnitz ist für viele zu einer festen Institution im Veranstaltungskalender geworden. Ende Mai laden 28 Einrichtungen der Stadt und der Vereine zu ihrer Nacht des Jahres ein. Obwohl die Poster und das Programmheft mit dem gleichen Design der vergangenen Jahre etwas langweilig aussehen, gibt es auch dieses Jahr sicher wieder etwas zu entdecken unter den 60 Ausstellungen und über 100 Angeboten. Es gibt natürlich wieder ein paar Konstanten, wie das Bushuttle und der Eintrittspreis ist auch weiterhin kostant bei günstigen 8 Euro.

    Von der Nummer 1 im Plan, den Kunstsammlungen am Theaterplatz, bis zur 28 mit der Stasiunterlagenbehörde sind übers gesamte Stadtgebiet verteilt alle Einrichtungen an einem Abend offen. Die Museumsnacht in Chemnitz ist vor allem deshalb so beliebt, da sich die CVAG mit dem Busshuttle beteiligt und man so auch kleinere abgelegene Museen einmal zum Festpreis besuchen kann. Der CVAG-Busbetriebshof auf der Werner-Seelenbinder-Straße ist dieses Jahr auch das „besondere Angebot“. Hier ist die 10. Internationale Modell-Straßenbahnausstellung zu Gast. Auf der Glockenstraße hingegen geht es noch weiter zurück in die Erdgeschichte, wenn ein neues Grabungsfeld eröffnet wird. Dazu passend gibt es im Staatliche Museum für Archäologie (Schocken) die ersten Führungen durch das im Aufbau befindliche Museum. Das komplette Programm der Chemnitzer Museumsnacht 2013 gibt es hier auf der Seite der Stadt (PDF 5 MB).

    Wer auf Museumsnacht keine Lust hat, sondern eher sportlich begeistert ist, kann morgen übrigens an vielen Orten in der Stadt das Finale der Champions League sehen, u.a. am Uferstrand oder bei Bak Bread in der neuen Location auf dem Kaßberg.

    Was? Chemnitzer Museumsnacht 2013
    Wo? überall im Stadtgebiet
    Wann? 25. Mai von 18 Uhr bis 1 Uhr
    Wieviel? Eintritt 8 Euro bzw. 3 Euro erm., Kinder bis 14 J. frei

  • Wandellesung im Museum Gunzenhauser

    Kulturinteressierte können heute 19 Uhr im Gunzenhauser ins Wochenende starten. Denn im Museum am Falkeplatz laden die Kunstsammlungen zu einer Wandellesung ein. Die „Vorleser“ sind die Uni-Dozenten Eske Bockelmann und Burkhard Müller. Damit ist auch klar, dass der Eintritt kostenfrei ist, wie traditionell zu den Lesungen der beiden. Passend zur Ausstellung werden Texte von Zeitgenossen des Dresdner Malers Conrad Felixmüller (1897-1977) vorgetragen.

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    Bei der Lesung wird mit den beiden Literaturwissenschaftlern von Bild zu Bild gewandert. Sie lesen passend zum Bild einen kurzen Text vor: „Wenn Felixmüller einen Dichter porträtiert hat, dann etwas von diesem Dichter; wenn er z.B. eine Eisenbahnszene oder einen Boxer malt, dann ein Stück über die Eisenbahn oder den Boxer aus der klassischen Moderne“ so die Kunstsammlungen. Damit schließen die beiden an expressionistische Soirées an, welche vor knapp hundert Jahren im Atelier des Künstlers stattfanden: Um den jungen aufstrebenden Maler versammelten sich Literaten, Dichter, Politiker, Musiker, Verleger und Publizisten.

    Was? Lesung mit Eske Bockelmann und Burkhard Müller
    Wann? 15. Februar 2013, 19 Uhr
    Wo? Museum Gunzenhauser, Falkeplatz, Chemnitz
    Wie viel? Eintritt kostenfrei

  • Ist das Kunst oder kann das weg?

    von Anne Günther

    „Das soll Kunst sein? Das kann ja sogar ich besser!“ Das haben sich bestimmt viele von uns schon einmal gedacht und dabei kritisch ein ausgehängtes Werk oder eine ausgestellte Skulptur betrachtet. Bei der 7. jungen kunstnacht im Museum Gunzenhauser konnten alle Besucher selbst entscheiden, was Kunst war und was weg kann, wenn das Museum nach einer vierwöchigen Pause seine Türen wieder öffnet.

    Aber bevor man über das Schicksal einzelner Kunstwerke entscheiden kann, muss man natürlich erst einmal alle ausgestellten Kunstwerke gesehen haben. Und so waren die schmalen roten Treppen, die rauf in die Ausstellung führten, immer voll gestopft, wenn wieder eine Sonderführung begann. Im Schnelldurchlauf wurden einige Kernstücke des Museums erklärt und Besonderheiten wie der „Knicks vor Dix“ gezeigt. Um einiges schlauer hatte man dann die Möglichkeit, selbst auf Erkundungstour zu gehen und die begehrten Wahlurnen zu suchen. Denn die standen nur vor zwölf ausgewählten Bildern und mit seinen zwölf knallpinken Chips konnte man entweder für „Kunst“ (grün) oder für „kann weg“ (rot) voten. Mit kritischem Blick stand man so zum Beispiel vor einer abstrakten Malerei und war sich am Ende doch unsicher, ob das Bild wirklich keine Kunst war oder einem vielleicht doch einfach nur nicht gefiel. Manch einer hätte bestimmt auch gern die Wahlurnen verrückt, um ein seltsam anmutendes Werk aus dem Verkehr zu ziehen. Aber die Kandidaten waren nun einmal vorgegeben und so kam es dann doch zu Diskussionen vor den ausgewählten Bildern, bevor der entscheidende Chip schließlich eingeworfen wurde.

    Wem nach einem ausgiebigen Rundgang schon die Füße schmerzten, der konnte beim Gedichtvortrag und der Lesung von Milow eine Pause einlegen. Oder man ließ sich mit einer Flasche Bionade oder einem Glas Wein im Foyer gemütlich nieder. Wer das Museum Gunzenhauser außerdem nicht mit leeren Händen verlassen wollte, der konnte ein Los ziehen und mit etwas Glück einen dicken oder dünnen Kunstschmöker gewinnen. Auf alle jungen und alten Kunstfans wartete am Dix-Pavillon außerdem die Selbstbeteiligung in Form von bunten Wachsmalstiften. Außen am weißen Pavillon schufen die kreativen Besucher kleine und große Kunstwerke, während die Profis Everett und Frances Duarte die Innenseite in ein Kunstwerk verwandelten.

    Gegen halb zwölf war es dann endlich so weit: das Votingergebnis wurde verkündet! Nur vier der zwölf ausgewählten Bilder waren in die Ungnade der Besucher gefallen und wurden abgewählt. Die Moral hieß jedoch „Es ist definitiv Kunst!“ und so hatten die Verantwortlichen des Museums Gunzenhauser schon ihre eigenen Entscheidungen zur Umstrukturierung getroffen. Das endgültige Ergebnis lässt also noch vier Wochen bis zur Wiedereröffnung auf sich warten.

  • Die Dialektik des Mr. Proper

    Helft dabei das Museum Gunzenhauser aufzuräumen. Alles soll blitzen und glänzen und das völlig streifenfrei! Nehmt euch ein Vorbild an der Performance der Facility Manager von documenta und Museum Ostwall, wo das Putzpersonal von Dortmund bis Kassel ganze Arbeit geleistet hatte. Kalkflecken unter tropfenden Werken oder durchgestrichene kalkweiße Straßenmarkierungen, schon das ein oder andere Kunstwerk wurde durch übereifrige Ordnungsliebhaber „zerstört“. Oder war das gar keine Kunst und es hat durchs undichte Dach geregnet? Oder hat Mr. Proper das Kunstwerk durch seine Vergänglichkeit erst geschaffen? Wie auch immer. Die Diskussion um die Frage – Was ist Kunst? – ist in den letzten Jahren durch solche Vorfälle immer wieder genährt wurden. Die jungen kunstfreunde haben sich das Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ für ihr jährliches Veranstaltungshighlight auserkoren. Am Samstag ist die 7. junge kunstnacht an einem kaum besser zum Motto passenden Objekt zu Gast: im Museum Gunzenhauser. Denn im Ausstellunggebäude am Falkeplatz, welches nach der Kunstnacht für vier Wochen für Umbauarbeiten und zur Kosteneinsparung geschlossen bleibt, wird aufgeräumt.

    Passend zum Motto seid ihr als Besucher gefragt eure Meinung zu den Kunstwerken abzugeben – kann das weg? Im Niescher/Dix-Pavillon (das Museum Gunzenhauser hat eine umfangreiche Dix-Sammlung) könnt ihr Lippenstifte oder sogar Mal-Equipment mitbringen und zusammen mit Frances Schandera Duarte und Everett Duarte kreativ werden. Außerdem gibt es wieder Sonderführungen, Getränke und natürlich Musik in Form einer 120-Minuten-Party mit DJ Falko Rock.

    PROGRAMM:

    20.30 Uhr: Sonderführung durch die Ausstellung
    21.00 Uhr: Live-Kunst am Dix Pavillon mit Everett und Frances Duarte
    21.10 Uhr: Milow: Dali-Gedichte
    21.30 Uhr: Sonderführung durch die Ausstellung
    22.00 Uhr: Milow: Ursonate
    22.30 Uhr: Sonderführung durch die Ausstellung
    23.00 Uhr: Enthüllung des Live-Kunstwerks
    23.15 Uhr: Auflösung des „Ist das Kunst oder kann das weg?“-Votings
    24.00 Uhr: 120-Minuten Party mit DJ Falko Rock

    Was? 7. junge kunstnacht Chemnitz 2012
    Wann? 27.10.12, Einlass ab 20 Uhr
    Wo? Museum Gunzenhauser, Falkeplatz
    Wie viel? Abendkasse 7 Euro, Vorverkauf bei Buchhandlung Universitas, Galerie Weise, Lessing und Kompanie für 5 Euro.