Schlagwort: Karl-Marx-Kopf

  • Wie alt ist das Marx-Monument?

    Ja, was für eine Frage. Das werden wohl einige bei der Überschrift denken, welche Wikipedia bedienen können oder sogar das Wissen gespeichert haben. Die 7,10 m hohe und ca. 40 Tonnen schwere Plastik wurde natürlich am 9. Oktober 1971 eingeweiht. Damit ist es, ja, ne ganze Menge Jahre alt. Rechnet es euch selbst aus. Darum geht es hier nämlich gar nicht. Aber wie alt ist eigentlich der Marx, welcher dort an der Chemnitzer Brückenstraße dargestellt ist. Das wissen sicher auch einige, schließlich haben wir hier kluge Leser. Trotzdem darf man das ja nochmal checken, wie alt der Herr wirkt. Dafür gibt es einen neuen Service im Netz, welcher gerade weltweit viral die Runde macht. Anstatt nun das Alter unserer Haustiere zu prüfen, haben wir mal einen tagesaktuellen Schnappschuss vom Marx-Monument hochgeladen. Und wie alt wirkt Marx nun nach der Seite „How old do i look?“ am 02. Mai 2015? Also wer hätte das gedacht:

    Marx_Alter_How_old_do_i_look

    Ihr wollt euer eigenes Alter oder das euer Vorgartenzwerge prüfen? Dann geht auf how-old.net und ladet ein Selfie oder ein anderes Foto hoch. Doch Vorsicht, die Ergebnisse könnten anders ausfallen, als ihr es euch wünscht. Nicht alle Bilder funktionieren, Tiere fast nie, die Ergebnisse sind, wie viele Artikel im Netz ausführen, nicht immer so ernst zu nehmen.

    Auch wenn how-old.net gerade gehypt wird, solltet ihr reflektiert überlegen, was ihr hochladet.

    Die Seite ist übrigens auf der Build 2015 von Microsoft vorgestellt worden und soll auch nur die Gesichtserkennungs-API von Bing demonstrieren.

  • „Comeback – Das Karl-Marx-Musical“: Ein Besuch beim Chemnitzer Nischel

    comeback karl marx musical chemnitzHeute ist der 130. Todestag von Karl Marx, in seiner Geburtsstadt Trier wird dies mit der Eröffnung einer multimedialen Ausstellung gefeiert. Auch an seinem größten Denkmal, dem Nischel in Chemnitz, gab es etwas zu sehen. Mit einem roten Doppelstockbus statteten der Frontmann von „Die Prinzen“ Tobias Künzel und seine Kollegen Steffen Lukas und Maximilian Reeg dem Marx-Monument einen Besuch ab und informierten über ihr neues Musical „Comeback – Das Karl-Marx-Musical“.

    Das Stück soll am 2. November im Plauener Vogtlandtheater uraufgeführt werden und handelt von Karl Marx’ Wirtschaftstheorien. Zeitlich spielt es jedoch in der Gegenwart und nimmt humorvoll Bezug auf die Bankenkrise, an der die Prophezeiung von Karl Marx schuld sein soll. Das behaupten zumindest ein verarmter Künstler und eine reiche Bankierstochter, die sich am Grab des Philosophen trafen und verliebten. Mit Tänzern, Musikern und Schauspielern dreht sich das Musical um die Frage, ob diese Prophezeiung widerrufbar ist.

    Die Initiative für das Musical ging von Ludgar Nowak aus, dem musikalischen Leiter der Rocky-Horror-Show, der Tobias Künzel schon lange kennt. Der Prinzen-Musiker ist jedoch nicht der einzige Autor des Stücks, Wortkünstler Maximilian Reeg aus Leipzig und Steffen Lukas, Moderator bei Radio PSR, standen ihm bei seiner Arbeit als Co-Autoren zur Seite. Geschrieben haben sie das Musical in London, späteres Exil und Lebensmittelpunkt Marx’. Die Autoren hoffen auf einen deutschlandweiten Erfolg des Musicals und eventuell auch auf eine Aufführung in der englischen Hauptstadt. Heute sorgten sie aber erst einmal für Stimmung vor dem Karl-Marx-Kopf im Chemnitzer Zentrum.

    Text und Fotos: S. Loerch

    comeback karl marx musical künzel comeback karl marx musical

  • Seeed Videodreh für „Deine Zeit“ am Nischel in Chemnitz

    Morgen sind Seeed in der Messe Chemnitz mit einem Konzert zu Gast, vorher wird schon am Marx-Monument an der Brückenstraße ein Video gedreht. Der Aufruf dazu wurde vor wenigen Minuten auf Facebook von Peter Fox geteilt.

     

    Seeed Videodreh für „Deine Zeit“ am Nischel in Chemnitz

    Morgen, am 2.3. um 13.30 Videodreh vor dem grossen Karl-Marx-Kopp in Chemnitz („Nischel“).

    Wer Bock und Zeit hat dabei zu sein, ist herzlich willkommen !!

    SEEED

     

    Seeed_Videodreh_Chemnitz

  • Flashmob am Marx-Monument – Gebt uns euer Kapital!

    Flashmob oder schon Aktionskunst? Am Marx-Monument tat sich was am Freitag. Drüben von der Terminalterrasse konnte man gegen halb neun beobachten, wie sich Beobachter am Sockel scharten. Autos hupten, fuhren langsamer.

    Der Flashmob

    Beim zweiten Blick sah man sogar oben, direkt auf Augenhöhe des Philosophen, einen Kerl sitzen. Von dort oben herab ließ er Papier regnen. Und dort am Sockel, wo sonst die Skater die einzigen Gesellen des Meisters sind, referierte ein anderer Typ. Einige Passanten, wie eine Familie und ein Kleingartenopa, hörten aufmerksam zu. Vortrefflich referierte er, wie man zu Marx-Zeiten vielleicht gesagt hätte. Hört man doch auch schon aus einiger Entfernung deutlich die typischen Begriffe „Überbau – Produktion – Surplusprofite“, doch dann auch „Goldautomaten an Bahnhöfen“. Was da referiert wird, klingt nach Kapital und Wirtschaftsmagazin. Klar wird in dem Zusammenhang, dass nicht Papierschnipsel von oben herab regnen, sondern Dollarnoten. Bucks, Knete, die auch zu Kapital werden können. Die Zuschauer der Aktion werden derweil von einer Frau angeschnorrt: „Haste vielleicht nen Euro?!“

    Ein seltsames Geldgestöbergeschehen an einem warmen Sommerabend. Ein seltenes Lebenszeichen an dieser Stelle der Brückenstraße. Eine Stelle, an der das Kulturfestival Begegnungen sich 2010 einsam begraben hat. Eine Stelle, an der selbst die Oberbürgermeisterin die vormals geschassten Skater zur Belebung nutzen will, wie kürzlich berichtet wurde. Still liegt er da auf seinem Granitsockel. Still ist es auch um ihn herum, nicht einmal sein Geburtstag wird offenbar gefeiert. Das Marx-Monument ist 40 Jahre nach seiner Aufstellung irgendwie mit dem Stadtbild verschmolzen. In der Lokalkultur ist Marx als Popartmotiv angekommen, sodass man sich sogar von Marx verfolgt fühlen oder ihn sogar als Kirschkern bewundern kann, und doch inhaltlich nicht präsent scheint. Und genau darum ging es bei der Aktion, wie uns Initiator Wolf-Hendrik Nestler, im Gespräch verrät.

    Die Touristenattraktion

    Die Unterhaltung wird jedoch erstmal gestört von den unvermeidlich aufkreuzenden Blaulichtgesellen. Passend zur Sommerstimmung ziehen die Polizisten nach ein paar Worten mit Wolf-Hendrik ebenso schnell wieder ab, wie sie gekommen waren. Die Aktion, als Flashmob gedacht und über Facebook angekündigt, ist entstanden als Hybrid der Lektüre „Im Krebsgang“, der deutschlandweiten Aktion „denkmal aktiv“ sowie der Christoph-Schlingensief-Geldregenaktion. Eine improvisierte Aktion, denn die Leiter war im Weltecho ausgeliehen, das Geld im Theater und der Vortragsstoff aus der Stadtbibliothek. Beteiligt waren Schüler des Julius-Adolph-Stöckhardt-Gymnasiums, neben Wolf-Hendrik, waren das u.a. Nadine, Rico, Markus, Susan und Micha, der sich aufs Marx-Monument traute.

    Mut gehörte zur Aktion. Ist das gewichtige Monument doch nicht nur in sich selbst schwer geschichtsträchtig, sondern wurde von ebenso ernsthaften Auftritten und Aufmärschen befeiert und beweiht. Geblieben ist eine Ehrfurcht vorm Monument und der Doktrin, was dazu führt, dass ein Passant aufpasst, ja nicht auf einem Foto zu erscheinen. Doch eigentlich ist das Denkmal nurmehr Touristenattraktion, wie Wolf-Hendrik, bemängelt. Und wie es der Zufall will, rückt in dem Augenblick ein Engländer nebenan am Sockel seine Reisebegleitung für ein Fotomotiv zurecht als gehöre sie zur Aktion.

    Der Initiator

    Das Aktionsmotto von Wolf-Hendrik ist: „Gebt uns euer Kapital zurück!“ Und damit ist nicht die schnorrende Dame gemeint, die ebenso wie die Touristen nicht zur Aktion gehörte. Er meint diejenigen, die ihr Kapital als Buch unverstanden im Regal stehen haben und jene, die z.B. am Bahnhof – „einem der hässlichsten Orte der Stadt“ – Millionen vergraben. Damit bekommt die Aktion natürlich auch einen politischen Einschlag. Wolf-Hendrik jedoch ist parteipolitisch ungebunden. Entsprechend sind seine Pläne nicht programmatisch, sondern eher pragmatisch: Froh, dass es so gut geklappt hat, ist er zunächst. Und wenn es eine Folgeaktion geben könnte, wäre das auch cool. Den Kontakt zu ihm findet ihr beim Facebook-Event, per Email wolf.nestler (at) gmx.de oder klassisch bei einem Event im Weltecho.

  • Marx im Kirschkern

    Neue kapitale Touristenattraktion auf der Brückenstraße! Beinahe unbemerkt von den Chemnitzern erfolgte die Installation.

    40t schwer, 13m hoch. Und dieses Jahr feiert er seinen 40. Er ist, so scheint es, das einzige Motiv, was Touristen in der Stadt für etwa fünf Minuten interessiert, da es ja auch sonst ringsum nicht viel zu sehen gibt. Trotzdem hat das Marx-Monument schon manchen Pubertären zu bronzezeitlichen Sprüchen fürs Stadtmarketing herausgefordert.

    In der Stadt kann man sich durchaus verfolgt von Marx fühlen, gleich recht, wenn man die als Popkultur angedachten Verarbeitungen mit einbezieht bzw. als solche anerkennt.

    Eine ganz andere Richtung geht der Chemnitzer Künstler Hans-Dieter Kloß. Kloß, der gelernter Tischler ist und mit Erich-Honecker-Räuchermännchen schon beim mdr zu sehen war, fertigt aus Kirschkernen die kleinsten Marx-Monument-Repliken an. Seit einiger Zeit ist nun am Sockel des großen Zwillingsbruders auch ein winziger Marx im Kirschkern angebracht. Zusammen mit einer etwas schrulligen Botschaft, doch eine kleine Spende zu hinterlassen.

  • Gestörte Liebe?!

    „Horst schau dir das mal an, müssen diese Jugendlichen immer alles zukritzeln?“

    Für die Liebhaber weißer Wände und Ordnung ist es Kritzelei, was da grün angesprayt ist. Der Verfasser sieht sich jedoch ggf. im Recht, folgte er doch nur dem beherzten Aufruf des Dr. Marx: „Fühlen!“ Trotzdem scheint er während seiner Gefühlsbekundung gestört worden zu sein. Oder wollte er gar etwas ganz anderes sprayen?

  • Verfolgt von Marx

    Das Marx-Monument steht an der Brückenstraße. Felsenfest und grimmig selbstsicher. Bei jedem Wetter, bei jeder Tageszeit. Nur hier im Zentrum von Chemnitz begegnet man seinem Blick. Nur hier?

    Ja, früher bekam man ab und an noch ein blaues Geburtagsgeschenk mit Marx-Widmung von Omi. Aber die 100 DDR-Mark Scheine sind entkapitalisiert. Trotzdem begleitet uns Karl. Nicht nur als Pop Art im Netz und auf Kleidung. Wir sind an unterschiedlichsten Stellen im Stadtgebiet einer Kopie des Nischels begegnet: von Altchemnitz bis nach Siegmar.

    Der hölzerne Marx, eine Gartenskulptur von Vladimir Smyschlajew, stand an der Nevoigtstraße im ehemaligen Diamantwerk. Der bleiche Kollege schaut aus dem Fundus des Theater Chemnitz auf die vorbeieilenden Studenten der Wilhelm-Raabe-Straße.

  • Chemnitz, Karl-Marx-Stadt und wieder Chemnitz

    Heute vor zwanzig Jahren, im April 1990, war es vorbei mit dem sperrigen und schweren Namen für unsere Stadt – Karl-Marx-Stadt wurde wieder Chemnitz. Basisdemokratisch als Zeichen der angekommenen Wende wurde die 37 Jahre währende „Auszeichnung“ wieder von Ansichtskarten, Landkarten oder Ortsschildern gestrichen und in den Köpfen war Platz für ein neues Bewusstsein.

    Trotzdem ist der Philosophen-Name nicht in Vergessenheit geraten. Vielleicht weil das größte Haupt der Chemnitzer samt dem bei jungen Menschen beliebten Spruch noch immer an ihrem Platz im Zentrum stehen? So findet man ihn auf Flyern, Graffitis, T-Shirts und allen erdenklichen Grafiken immer wieder popart-ähnlich verarbeitet, das Brauhaus gegenüber trägt seinen Vornamen, Logos wie das der neuen Boulder-Lounge bedienen sich dem Monument-Motiv, es gab ihn in 3D und begehbar auf Augenhöhe als Museum und selbst auf Gutscheinbüchern ist er auf dem Cover zu finden. 😉 Der eine Song meint „I like Karl-Marx-Stadt“ und ein anderer meint „Du bist KM-Stadt“ – nicht nur für Touristen ist der Kopf ein briefbeschwerendes Symbol der Stadt, sondern auch für Jugendliche – mindest aber eine beliebte Skater-Plattform.

    Kleine Presseschau: Die Leipziger Volkszeitung hat unter der Überschrift „Klassiker adé – Das Aus von Karl-Marx-Stadt vor 20 Jahren“ einen Artikel gewidmet, die Berliner Zeitung hat zumindest eine kurze Notiz übrig und die Chemnitzer Morgenpost schreibt „Chemnitz feiert Chemnitz„.

  • Macht mal Lärm in dieser Stadt

    Mal wieder bei YouTube gekramt und das hier gefunden: Im Oktober erschien das Video zu „ES BOOMT“ von Loocush, gedreht im Zentrum unserer Stadt. Unterstützt wurde er dabei von der Chemnitzer Dancecrew Localorez, die seit 2004 besteht und deren Mädels immer wieder internationale Tanzpreise absahnen. Wer sie mal live sehen will: am 18.12. zur 1. Bundesliga im Gewichtheben im Haus des Gastes (Vorgeschmack) und am 26.12. im Cube Club sind die nächsten Möglichkeiten.

    Making Of 1

    Making Of 2

  • Gewinne ein Shirt aus der neuen Spangeltangel Chemnitz-Kollektion

    doppelmarx_keckDeine Klamotten wirken gerade so motivlos und traurig, dein neuestes Shirt mit Katzenlogo hast du gerade wieder in der Straßenbahn an drei anderen Leuten gesehen?! Nicht nur das kann dich auf die Chemnitz-Kollektion von Spangeltangel neugierig machen.

    Das Label vom Brühl hat zu seinem dritten Geburstag sein Angebot an individuellen Stücken um Motive erweitert, die sich um unsere Stadt drehen. Die beiden ersten sind der Theaterplatz mit dem Ensemble Oper-Museum-Kirche und der Marx-Kopf. Beide kommen als Handsiebdruck daher, was sich gut anfühlt und lange Freude bereitet. Es gibt sie auf verschiedenen Shirts für Damen und Herren, Jacken, Röcken, Taschen und Accessoires. Auch auf andere Textilien sind sie druckbar. Die Shirts wirken sehr hochwertig gestaltet und so auch unabhängig von der Identifikation mit dem Motiv ansprechend.

    Zu kaufen gibts die Sachen im Geschäft auf dem Brühl, bei dawanda oder bei der destille.

    Wir verlosen ein T-Shirt nach deinem Wunsch aus der Kollektion! Wenn du gewinnen willst, schreib uns eine mail an info(at)chosy.net bis zum 22. Oktober 09 und sag uns, welches Motiv du dir auf weiteren Kreationen wünschen würdest, auch abseits der bekannten Ecken der Stadt. Außerdem brauchen wir deine Größe (S bis XXXL), Farbwunsch (schwarz, rot bei Frauen, bei Männern auch braun) und eines der beiden Motive (Marx oder Theaterplatz).

    oper_kunstsammlungen_shirts

    Fotos: Spangeltangel