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Tacheles im Schocken: Warum das smac zur Museumsnacht 2026 einer der wichtigsten Orte ist

24. April 2026 5 Min. Lesezeit Chemnitz lebt Redaktion

Zur Chemnitzer Museumsnacht 2026 gehört das smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz zu den Orten, die man nicht nur wegen der Ausstellungen auf dem Zettel haben sollte. Am Samstag, 9. Mai 2026, läuft im ehemaligen Kaufhaus Schocken von 18 bis 1 Uhr ein Programm, das ziemlich genau zum Motto „Tacheles!“ passt: jüdische Familiengeschichten, Dialog-Führungen, ein Blick hinter die Museumstechnik, Angebote mit Gebärdensprache, Familienprogramm und abends DJ-Sets im Foyer.

Der besondere Punkt: Das smac macht zur Museumsnacht nicht einfach nur länger auf. Es verbindet Archäologie, Stadtgeschichte, jüdische Kultur, Barrierefreiheit und Nachtprogramm zu einem Abend, der gleichzeitig ernst, zugänglich und erstaunlich lebendig wirkt. Also kein ehrfürchtiges Herumschleichen zwischen Vitrinen, sondern ein Museum, das wirklich Gespräch anbietet.

smac Chemnitz zur Museumsnacht 2026: Das Programm auf einen Blick

Das Hauptprogramm im smac läuft am 9. Mai 2026 von 18 bis 1 Uhr am Stefan-Heym-Platz 1. Bereits vorher gibt es von 16 bis 18 Uhr ein Familienangebot im „Karree 72“ zwischen Reinhardtstraße 24 und 26.

Besonders wichtig sind diese Programmpunkte:

16 bis 18 Uhr: Challa backen im Steinzeit-Lehmofen im „Karree 72“
18 bis 21 Uhr: TACHELES-Bastelstrecke im smac
18:30 Uhr: „Technik im Museum – ein Blick hinter die Kulissen“, mit Gebärdensprache
19 bis 23 Uhr: Dialog-Führungen in der Sonderausstellung „Threads – Verflechtungen“, mit Gebärdensprache
19 bis 23 Uhr: Kurz & Knapp-Führungen in der Dauerausstellung
21 bis 1 Uhr: DJ-Sets der smac-Mitarbeitenden

Dazu gibt es im Café Julius im SCHOCKEN von 18 bis 0 Uhr mediterrane Snacks, Kuchen und Getränke.

„Threads – Verflechtungen“: Jüdische Familiengeschichten aus Chemnitz

Der zentrale inhaltliche Anker ist die Sonderausstellung „Threads – Verflechtungen. Geschichte(n) jüdischer Familien aus Chemnitz“. Zur Museumsnacht gibt es dazu Dialog-Führungen von 19 bis 23 Uhr. Das ist wichtig, weil das Motto „Tacheles!“ hier nicht nur dekorativ über dem Abend hängt.

Es geht um jüdische Familiengeschichten, um Verbindungen, Brüche, Erinnerungen und Chemnitz als Stadt, in der solche Geschichten nicht irgendwo abstrakt stattfinden, sondern vor Ort. Gerade deshalb passt das smac besonders gut zur Museumsnacht 2026. Das Haus steht im ehemaligen Kaufhaus Schocken, also an einem Ort, der selbst mit jüdischer Geschichte verbunden ist. Zur Museumsnacht wird daraus kein trockener Geschichtsblock, sondern ein Gesprächsangebot.

Technik im Museum: Der Blick hinter die Kulissen

Um 18:30 Uhr gibt es im smac den Programmpunkt „Technik im Museum – ein Blick hinter die Kulissen“. Das klingt erst einmal unspektakulär, ist aber gerade zur Museumsnacht spannend. Denn Museen wirken nach außen oft ruhig und fertig. Dahinter steckt jedoch ziemlich viel Technik: Licht, Klima, Medien, Sicherheit, Vermittlung und Ausstellungslogik.

Solche Einblicke sind genau das, was Museumsnacht besser kann als ein normaler Sonntagsbesuch. Man sieht nicht nur, was ausgestellt wird, sondern auch, wie ein Museum überhaupt funktioniert. Und ja, das ist nerdiger als „mal kurz reingehen“. Aber guter Nerdkram ist in Chemnitz ja nun wirklich kein Makel.

Für Familien: Challa backen, Bastelstrecke und Quiz

Für Familien startet das smac-Programm schon vor dem eigentlichen Abend. Von 16 bis 18 Uhr wird im „Karree 72“ Challa im Steinzeit-Lehmofen gebacken. Feuerholz und Teig sind vorhanden, solange der Vorrat reicht. Das ist ein starkes Familienangebot, weil es nicht nur Basteln um des Bastelns willen ist, sondern Essen, Handwerk, jüdische Kultur und Archäologie verbindet.

Im smac selbst läuft von 18 bis 21 Uhr die TACHELES-Bastelstrecke. Zusätzlich gibt es laut Programmheft ein Familienquiz kreuz und quer durch das smac, Quizbögen an der Museumskasse und einen Audioguide für Kinder und Jugendliche. Damit ist das smac nicht nur ein Ort für Erwachsene, die konzentriert durch Ausstellungen gehen wollen, sondern auch für Familien, die etwas Greifbares brauchen.

Kurz & Knapp durch die Dauerausstellung

Von 19 bis 23 Uhr bietet das smac Kurz & Knapp-Führungen in der Dauerausstellung an. Das ist zur Museumsnacht besonders sinnvoll, weil kaum jemand an einem Abend drei Stunden in einer Ausstellung versinken kann, wenn draußen noch 36 andere Orte rufen.

Die Dauerausstellung führt durch 300.000 Jahre Kulturgeschichte in Sachsen. Dazu kommt die Geschichte des Kaufhauses Schocken selbst. Wer also das smac noch nicht kennt, bekommt zur Museumsnacht eine gute Einstiegsmöglichkeit, ohne gleich den kompletten archäologischen Marathon laufen zu müssen.

Barrierefreiheit: Gebärdensprache, Audioguide und leichte Sprache

Ein Pluspunkt beim smac ist die Zugänglichkeit. Die Dialog-Führungen zur Sonderausstellung und der Technik-Einblick werden mit Gebärdensprache angeboten. Im Programmheft sind außerdem ein taktiler, deskriptiver Audio-Rundgang für blinde und sehbehinderte Menschen, ein Videoguide in Gebärdensprache und ein Audioguide in Leichter Sprache genannt.

Das ist mehr als ein nettes Detail. Gerade bei einer großen Nacht mit vielen Orten entscheidet Barrierefreiheit darüber, ob Kultur wirklich offen ist oder nur so tut. Beim smac wirkt das durchdacht.

Ab 21 Uhr: DJ-Sets der smac-Mitarbeitenden

Ab 21 Uhr wird das smac dann deutlich lockerer. Die Mitarbeitenden legen im Foyer auf, mit mehreren DJ-Sets bis 1 Uhr. Im Programmheft sind die Sets sogar ziemlich charmant benannt: von „Dance Dance Dance the Yellow Submarine“ über „Dance Dance Dance the 80’s“ bis „Dance Dance Dance till the End“.

Das ist genau die richtige Dosis Museumsnacht-Wahnsinn. Tagsüber Archäologie, abends Mitarbeiter-DJ-Set im ehemaligen Kaufhaus. Chemnitz, wie es leibt und leicht schräg lebt.

Essen und Trinken im Café Julius im SCHOCKEN

Von 18 bis 0 Uhr gibt es im Café Julius im SCHOCKEN mediterrane Snacks, Kuchen und Getränke. Das ist praktisch, weil das smac zentral liegt und sich gut als Station zum Durchatmen eignet. Wer eine Innenstadt-Route plant, kann hier gut eine Pause einbauen, bevor es weiter Richtung DAStietz, Theaterplatz, Gunzenhauser oder Weltecho geht.

Tickets, Adresse und Anreise

Die Veranstaltung ist Teil der Chemnitzer Museumsnacht 2026.

Datum: Samstag, 9. Mai 2026
Zeit: 18 bis 1 Uhr im smac
Familienangebot: 16 bis 18 Uhr im „Karree 72“
Adresse smac: Stefan-Heym-Platz 1, 09111 Chemnitz
Karree 72: zwischen Reinhardtstraße 24 und 26, 09130 Chemnitz

Das Museumsnacht-Ticket kostet 12 Euro, ermäßigt 6 Euro, die Familienkarte 24 Euro. Es gilt inklusive Shuttleservice und ÖPNV im gesamten VMS-Verbundraum. Das smac liegt sehr zentral und ist über Stefan-Heym-Platz beziehungsweise Zentralhaltestelle gut erreichbar. Laut Programmheft ist das smac an die Shuttle-Touren T1, T2, T3 und T4 angebunden.

Warum sich das smac zur Museumsnacht besonders lohnt

Das smac ist zur Museumsnacht Chemnitz 2026 einer der Orte, an denen das Motto „Tacheles!“ wirklich Sinn ergibt. Die Sonderausstellung zu jüdischen Familien aus Chemnitz, die Dialog-Führungen, Angebote mit Gebärdensprache, das Familienprogramm und die DJ-Sets ergeben zusammen einen Abend, der nicht nur informativ ist, sondern auch lebendig bleibt.

Wer die Museumsnacht als reine Spaßroute plant, findet im smac trotzdem Musik, Essen und Familienangebote. Wer Tiefe sucht, bekommt jüdische Geschichte, Stadtgeschichte und Archäologie. Und wer beides will, ist hier wahrscheinlich genau richtig.

Kurz gesagt: Das smac ist kein Ort zum schnellen Abhaken. Es ist eher eine Station, bei der man vorher denkt „kurz rein“ und später merkt, dass aus kurz wieder Chemnitzer Zeitrechnung geworden ist.

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