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Chemnitz im Oktober 2011

8. November 2011 4 Min. Lesezeit Chemnitz lebt Redaktion

Apple-Gründer Jobs starb im Oktober, in New York kommt die Occupy-Bewegung auf der Wall Street groß raus und in Griechenland versucht man noch immer zu sparen. In Chemnitz lässt man sich von solchen Nebensächlichkeiten nicht aus der Ruhe bringen und verbreitet weiter aus den Amts- und Redaktionsstuben den Wahnsinn. Mit was genau, das erfahrt ihr wie immer in den Top Zehn der skurrilsten Meldungen und Ereignisse in Chemnitz.

10. Headline is unrelated

Am Montag, den 10. Oktober, sind den Lesern der Freien Presse die Gebisse aus dem Mund gefallen, nachdem die Pfleger ihnen ihre Heim(at)zeitung vorgelegt hatten. Denn Überschrift und Bild wollten auf den ersten Blick nicht so ganz zusammenpassen. Was soll Vettel schon in Leipzig?!

09. Alt wie ein Baum

Sensationell! Der steinerne Wald ist nach neuesten Analysen 291 Mio. Jahre alt und damit genauso alt wie bisher angenommen. 😯 Nächstes Thema.

08. Nischel ist der Größte!

Der Nischel-Sockel wird für 100.000 Euro saniert! Juhu! Endlich bekommt die größte Porträtbüste der Welt neue Platten und so Betonzeugs: „Läuft alles wie geplant, kann die Sanierung innerhalb von 8 Wochen abgeschlossen werden.“ Wie geplant – in dieser Stadt? Wir erwarten die Fertigstellung also zum 200. Geburtstag des Planwirtschaft-Philosophen im Jahr 2018.

07. Nischel ist der Zweitgrößte!

Über Jahrzehnte wurde in den Kindergärten gelehrt, dass die Chemnitzer die größte Porträtbüste der Welt hätten. Dabei war der Ruhm völlig unberechtigt. Millionen, ach Tausende oder zumindest dutzende Touristen kamen umsonst in die Stadt! Denn nur zwischen dem 9. Oktober 1971 und dem 5. November des gleichen Jahres war er der Größte. Ulan-Ude, wir beneiden euch so sehr! Um eure zentrale Lage im südöstlichen Sibirien und euer Lenindenkmal!

06. Das Mädchen von Seite Sex

Ja, lieber Redakteur, eine TU-Studentin zeigt sich „von der besten Seite“, wenn sie sich nackig und porenfrei retuschiert im Playboy als Wichsvorlage abdrucken lässt. Schließlich ist es gerade die Ästhetik eines mit Werbeanzeigen verseuchten Blattes, welche die Überlegenheit des Geistes besonders kontrastiert. Und einen Artikel ist das schon lange wert.

05. Biergartensteuerente

Eine exklusive Ente in der Heimatzeitung: Über Monate kämpften die Gastronomen gegen die Erhöhung der Biergartensteuer, da muss die Freie Presse natürlich die erste sein, welche den Verzicht der Stadt vermeldet. Schnell waren Jubel-O-töne abgedruckt: „Sensationell – unglaublich“, sagten die Gastronomen. Pech für alle: auf der Homepage der Stadt stand das falsche Dokument. Man sollte eben nicht alles glauben, was im Internet steht.

04. Roms Untergang

Selten bieten die Chemnitzer Medien eine Geschichte, die ganz ohne Kommentare und Hinzudichtungen auskommt. Anders der Fall des Polizeiberichts von Sachsenfernsehen. Es wird berichtet, dass ein Dieb im italienischen Restaurant Antica Roma kein Geld fand, also mixte er sich Drinks und nahm telefonisch Tischbestellungen entgegen.

03. Alice im Markenschuhe-so-günstig-Land

Es ist schon eine elitäre Leistung, Alice Cooper in der Innenstadt zu erkennen und den „flüchtenden“ Zauberer ähm Sänger bis in ein Schuhgeschäft zu verfolgen. Noch größeren Respekt verdient aber wohl die Freie Presse, welche einen einkaufenden Menschen derart ausgezeichnet für eine Story findet. Es sind eben diese qualitativ hochwertigen Artikel, weshalb die Zeitung so beliebt ist. Und die Moral aus der Geschichte: auch Musiker brauchen Schuhe. Nebenan wurde er dann übrigens noch beim Drogeriemarkt gesehen. Die bekackte Moral dieses Einkaufes ersparen wir uns.

02. Miss und Mist-er Chemnitz

Es kann nach Adorno schon als ultimativer Verblendungszusammenhang angesehen werden, wenn sich zwei junge Menschen als Miss- und Mister Chemnitz in einem Einkaufszentrum bestimmen lassen. Man kann es aber auch als Naivität der Jugend abtun. Wie auch immer – die schönste Chemnitzerin ist Doreen Gräßler und schreibe, laut MoPo, gerade an ihrer Diplomarbeit in Psychologie. Das Thema verrät die Zeitung nicht. Wahrscheinlich handelt es sich um einen narzisstischen Selbstversuch.

01. Zweiter Wahlgang

Der Stadtrat entschied unter großem Applaus der zuhörenden CFC-Fans und Wohlgefallen der beiden Aufsichtsrat-Stadträte für den Bau eines neuen Stadions. Aber schwierige Entscheidungen wären nicht schwierig genug, wenn man für sie nicht doppelt stimmen könnte.

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