Im April berichteten wir von der Eröffnung der Beta-Bar. Nur zwei Tage später hatten wir auf diesen Blogbeitrag bereits den ersten Kommentator, der sich über den Lärm beschwerte. Heute nun erreichte uns eine Mail von Marco Stahn, dem Betreiber der Bar, in der er über die aktuelle Lage informiert und eine Bitte an seine Gäste hat. Es habe massive Beschwerden der Anwohner gegeben, die in absehbarer Zeit zur Schließung der Beta-Bar führen könnten. Denn auch wenn der Brühl als verwaist gilt, so ist er immer noch ein Wohngebiet, in dem sich Menschen von den Gästen der Bar gestört fühlen (können).
Marco schreibt:
Leider sind wir gezwungen über ein früheres Ende der zukünftigen Veranstaltungen zu beschließen. Nicht jeder mag die Beta-Bar – da sitzt der Finger am Abzug (Telefonhörer) sehr locker. Wir umschiffen seit der Eröffnung am 9. April gefährliches Terrain und sind nun leider erstmals auf Grund gelaufen. Um den Kahn wieder zu Wasser zu kriegen, müsst ihr wieder einmal alle mithelfen.
Leider kann es erst einmal keine “laute” Musik über 02 Uhr hinaus mehr geben und selbst das ist eher eine Notlösung, Tendenz 01 Uhr, wenn überhaupt. Ich bitte alle DJs und Liveacts, die in der BETA-BAR ein neues zu Hause gefunden haben und finden wollen, diese neue Reglung zu verinnerlichen. An alle Gäste sei die Bitte gerichtet, dass ihr bei künftigen Konzerten, die Anfangszeiten sehr ernst nehmt. Konzerte werden spätestens 21 Uhr beginnen. (auf 10 Minuten soll es dabei nicht ankommen, aber viel Spielraum bleibt mir nicht, ansonsten muss ich auf bookings á la Shigeto, Retro Stefson, Future Islands etc. in Zukunft verzichten. Vor allem weil ich bei Leuten, die trotzdem erst spät kommen, gezwungen bin den vollen Eintrittspreis zu nehmen.)
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Grundsätzlich:
Die BETA-BAR sah und sieht sich als Versuch, junges, kreatives Leben in Chemnitz zu erhalten und möglich zu machen. Sie kitzelt eure Synapsen, wobei ihre Stärken im Booking liegen. Musik, Lesungen, Themenabende! Der Rest kommt von euch oder auch nicht 😉 Eine leise Bar will und soll die BETA-BAR nicht sein, braucht Chemnitz auch nicht, ist eh schon ruhig genug, eher mach ich hier zu und ziehe auf die grüne Wiese oder nach Berlin, ah ne – das schließt ja auch grad alles :/ #knaack, #maria
Nach wie vor bietet der Brühl einen idealen Ort für eben diesen Versuch. Sollte die Idee allerdings scheitern, wird sich andernorts eine Möglichkeit finden. Ob mit BETA-BAR oder nicht – Leise Jugend -und Subkultur gibt es nur im Märchen und leider in viel zu vielen Köpfen mancher Chemnitzer Bewohner/Innen, zumindest wenn man Ihnen törichter Weise den Schlaf raubt.
Damit gesellt sich Marco Stahn nun in eine Reihe mit anderen Gastronomen und Clubbetreibern, wie z.B. Henrik Bonesky (der erst letzte Woche vor Gericht einen Chemnitzer „Lärm-Streifall“ verlor), die mit der Ruhestörungsproblematik in Chemnitz zu kämpfen haben.
Übrigens ist, genauso wie damals beim Crowdfunding, eure Mithilfe erwünscht. Marco nimmt gern Anregungen entgegen, wie die Lage verbessert werden kann. So plant er z.B. ab 22 Uhr keine Getränke mehr außerhalb der Bar auszuschenken und denkt darüber nach, einen Raucherraum einzurichten, damit die Raucher nicht „lärmend“ draußen stehen müssen. Kontakt über marco.stahn[at]beta-bar.eu