Am Mittwochabend, als sich kaum jemand noch raustraute, stapften wir zum Sonnenberg. Aber nicht nur wir waren auf dem Weg zur Markuskirche, um Christian Steyer und den Berliner Solistenchor zu hören, sondern u.a. auch ein paar Leser des Chosy Blogs.
Zwei unserer Freikartengewinner haben uns eine Kurzkritik geschrieben, da wir sie mit einer CD bestochen haben ihnen das Konzert so gefallen hat.
Claudia Günther war begeistert:
Eine der besten Botschaften verpackt in ein grandioses Konzert
Gänsehaut aufgrund der Temperaturen? Derzeit wohl jedem bekannt. Doch Gänsehaut, obwohl man im Warmen und gemütlich Beleuchteten der Chemnitzer Markuskirche sitzt? Diese Erfahrung durften jene machen, die sich am Mittwochabend durch Kälte und Schnee kämpften, um Christian Steyer und den Berliner Solistenchor zu erleben.
„Alte Weihnachtslieder Neu“ verzauberte über eine Stunde lang das Publikum. Alte, bekannte Weihnachtslieder – an dessen Attraktivität und Aktualität der ein oder andere vielleicht schon zweifelte – gewannen durch gekonnte Arrangements und großartige Stimmen neuen Charme. Die Tiefe der Texte wurde auf ausdrucksstarke Weise zur Geltung gebracht. Voller Dynamik und Emotionalität transportierte der Jazzchor die über 2000 Jahre alte Weihnachtsbotschaft, Christi Geburt, direkt ins Herz des Zuhörers. Ein Spannungsbogen zog sich durch das Konzert, nahm einen in den Bann und am Ende blieb – Freude. Weihnachtsfreude.
Halleluja! Eine der besten Botschaften verpackt in ein grandioses Konzert!
Toni Jost sieht das ähnlich:
Eine kurze Konzertkritik sollte ich schreiben. Okay, kein Problem, nehme ich mir ein Stück Papier mit und notiere währenddessen ein paar Sätze, habe ich mir gedacht. Wird schon nichts Besonderes sein. Weihnachtslieder in Jazz- und Swingversionen. Sinatra, wenn’s hart kommt Roger Cicero. Aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht so tief in den Rachen.
Nein, ich habe mir keine Notizen gemacht; keine Zeit. Was an Versatzstücken im Kopf war, ist weg. Es gelang mir einfach nicht, einen klaren Gedanken zu fassen. Jeder Anflug von Denken wurde sofort abgeblockt durch das Verlangen, wieder meine Augen zu schließen und mich der Musik hinzugeben. Christian Steyer und der Berliner Solistenchor verzauberten das Publikum. Mit zum Teil wilden, zum Teil herzerwärmenden Arrangements, die in ihrer Komplexität beeindruckten, einem fesselnden sinfonischen Stimmungsaufbau, einer punktgenauer Betonung, der Leidenschaft der Sänger, der Wärme und der Harmonie ihrer Stimmen, der Perfektion ihres Gesangs und einer maßgeschneiderten und sparsamen Klavier- und Kontrabassbegleitung… und all das in diesem herrlichen Raum der Markuskirche, der auch den Sängern sichtlich Spaß bereitete. Habe ich geatmet? Hatte ich eine Stunde lang meinen Mund geöffnet und sah aus wie gelähmt? Was haben sie noch einmal für Lieder gesungen? Ich weiß es nicht. Vom ersten Ton an ein Rausch, aus dem ich erst allmählich wieder erwache.
Wer sich traute, sich bei Eis und Schnee auf den Weg zum Sonnenberg machen, wurde belohnt mit einem Klang, den Chemnitz so noch nicht gehört hat.
Ein kleiner Chorknabe zieht ehrfurchtsvoll seinen Hut.
Wer das Konzert verpasst hat, kann in Chritian Steyers YouTube-Kanal stöbern und dort das ein oder andere Weihnachtslied hören oder sich eine Kurzreportage über den vielseitigen Künstler ansehen.