Wer tanzt denn da? Was gibt es da zu feiern in Chemnitz? Ein etwas anderer Imagefilm über unsere Stadt ist die Tage bei Youtube erschienen. Los geht es früh am Morgen an der Zentralhaltestelle, dort bieten sich dir folgende Einstiegsmöglichkeiten: In 2 Min geht es mit Linie 62 auf die Flemmingstraße, mit Linie 22 nach Glösa oder soll sofort der „Nächste Halt“ der „Chemnitz Dance“ sein? Dann klicke auf Play.
Eine ganze Stadt ist eingestiegen und tanzt für fünf Minuten. Nicht an einem Ort, sondern an beinahe 60 – vom City Beach bis zur Villa Esche – beteiligen sich die Chemnitzer am Chemnitz-Dance-Clip. Alle Altersgruppen sind zu sehen und ganz unterschiedliche Menschentypen. Ein ganzer Tag des Tanzens als lustiger Stadtrundgang, es werden sowohl die historischen Ecken und Anziehungspunkte für Touristen gezeigt als auch der Telekom Shop um die Ecke.
Hinter dem Clip steht ein gemeinsames Projekt zweier TU-Studenten der Medienkommunikation: Hans Viktor Alexis Fährmann und Kai Rädsch. Die Idee dazu stammt aus dem Video „Where the Hell is Matt“, in welchem ein junger Mann um die Welt reiste und vor etlichen bekannten Plätzen auf der ganzen Welt unter jenem Titel tanzte. Kombiniert haben die beiden die Reise mit dem 80er Song „Safety Dance“ von den Men Without Hats, von dem es vor allem in den USA hunderte Onlineclips mit Leuten, die zu ihrer Musik durch die Gegend tanzen, gibt, wie sie sagen. Die Musik zum Chemnitz-Dance-Video stammt von der jungen Gruppe „Die Veranstalter“, welche aus Richard Straube, Ramon Heberlein und Florian Gleißner bestehen. Den Song „Safety Dance“ interpretierten sie auf Grundlage von einer Umarbeitung von Viktor neu.
In einem Monat haben sie die vielen Schauplätze gefilmt, Institutionen angesprochen und Leute auf der Straße zum Tanzen animiert. Alles ohne städtischen Auftrag und Mega-Budget:
„Unser Chemnitz soll in diesem Video als eine offene, freundliche Stadt rüberkommen mit einer ebenso lockeren Bevölkerung“, wie Viktor sagt. Dass in dem Video nicht alles nur gestellt ist, sieht man ihm an. Und so war anscheinend schon das Filmen für die Beteiligten ein großer Spaß, wie uns Viktor verrät:
Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. Ein Großteil der Personen, die in dem Video tanzen, waren Passanten, die wir zuerst noch vor Ort für das Projekt begeistern mussten. Mancherorts, gerade bei öffentlichen Institutionen, wie dem Krankenhaus oder Freibad, ging der Weg zuerst bis zu den Institutsleitern bzw. Marketing-Abteilungen, welche ihre Mitarbeiter anschließend zum Tanzen einteilten. Amüsant war auch, dass meist die Leute, die absolut einen auf cool machten und die Souveränität in Person waren, sich vor’m Tanzen drückten und anderseits die Leute, von denen man es nun gar nicht erwartet hätte und welche wir einfach der Vollständigkeit halber mit ansprachen, sofort einwilligten.
Viktor selbst ist in Karl-Marx-Stadt geboren und möchte hier auch in Zukunft etwas bewegen. Und so ist es auch kein Zufall, dass in der letzten Szene vorm Marx-Monument die Chemnitzer Gruppenmitglieder des CouchSurfing Gastfreundschaftsnetzwerk tanzen. Wirkt dies doch wie ein Gruß raus in die Welt: kommt uns mal besuchen!
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