Ausflugstipp

Über zwei Brücken kannst du nicht gehen

23. Mai 2010 3 Min. Lesezeit Chemnitz lebt Redaktion

Seit 1988 ist Wolgograd eine der Partnerstädte von Chemnitz. Als traditionsreicher Wirtschaftsstandort im Süden Russlands hat sie mit Chemnitz einige Gemeinsamkeiten. Das fängt schon bei einer Reihe augenscheinlicher Parallelen an, so gibt es eine „ziemlich“ große Statue, Schulen, Straßenbahnen. Am Unterlauf der Wolga gelegen, gibt es aber auch einen zu querenden Fluss. Wie seit April bekannt ist, haben die Bauarbeiter auf der Hartmannstraße „gewisse“ Probleme genügend Lärm zu machen, um die Verkehrsberuhigung aufzuheben. Einige Tausende Kilometer gen Osten steht hingegen eine Brücke schon, aber auch dort sind „gewisse“ Probleme im Weg, wie uns Volker Tzschucke in seinem zweiten Gastartikel für Chemnitz-lebt.de übermittelt hat.

Volker, Mitinhaber der Chemnitzer BurgEins GmbH, hat übrigens gerade ein Jogi-Löw-Projekt gestartet, um euch auf die Fussball WM einzustimmen. Folgt Jogi bei Twitter, um über seine neuen witzigen Videos up to date zu sein. Aber genug Werbung, hier nun der Brückenproblem-Gastbeitrag:

Es war so eine Art Running Gag – wann immer ich in den vergangenen Jahren in die Chemnitzer Partnerstadt Wolgograd gefahren bin, führte ein Weg unweigerlich an die Wolga, um zu schauen, wie weit die Brücke ist, die auf die andere Seite führen sollte: Die Aussicht, nicht mehr auf eine der Fähren zurückgreifen zu müssen, um das andere, das unbelebtere Ufer des hier schon ziemlich breiten Flusses zu sehen, schien doch sehr verlockend. Und ebenso aussichtslos: vom ersten Jahr an konnte ich mich nur wundern. Dutzende Stelzen führten in den Fluss, rund um das Kulturhaus wurde wohl auch eine Brückenauffahrt gebaut – allein, es fehlte die Fahrbahn. Über Jahre ging das so, Wolgograder Freunde reagierten erst amüsiert, irgendwann genervt, wenn ich fragte, wann die Brücke denn nun fertig sein würde – irgendwer, so vermuteten sie, hatte kräftige Subventionen abgefasst und war dann mit dem Brückengeld verschwunden, nicht ganz unüblich im russischen Wirtschaftsleben. Doch tatsächlich – vor sieben Monaten war es dann soweit. Die Brücke konnte eröffnet werden – Weg frei zur Datscha, zum Wochenendausflug auf die andere Seite – ohne Fähre, ohne 100 Kilometer zusätzliche Strecke! Doch nun steht der Brückenbau wieder vor der Schließung: Heute setzte sie sich bei heftigem Wind in heftige schwingende Bewegung – zu sehen hier: Klick. Jetzt ist sie erstmal wieder geschlossen – ob ich sie jemals befahren werden kann? Die Antwort weiß ganz allein der Wind. Doch eines ist ganz gut zu wissen: Nicht nur bei uns gibt es also Ärger mit Brückenbauten – da wird die Partnerschaft doch gleich ganz intensiver. 😉

Hast du auch einen interessanten Gastbeitrag für uns, vielleicht sogar über eine der Partnerstädte von Chemnitz? Dann kontaktiere uns unter info[ät]chosy.net

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