„Weil klettern fetzt“ – der große rote Banner am Eingang verkündet bereits die Motivation, die man in der Halle sofort überall erleben kann: da versucht einer an der Wand nachdenkend über die nächste Bewegung das Gleichgewicht zu halten, während die anderen von unten miträtseln, anfeuern und Ratschläge geben; dort fachsimpeln zwei Kerle über Griffe und Schuhe, wiederum ein anderer hängt schon ziemlich schräg, gerade noch so an der Wand und wagt einen Sprung.
Klettern ohne Seil und Gurt bei jedem Wetter – am Wochenende gab die Chemnitzer Boulderlounge ihre Kletterflächen frei. Die Halle im Spinnereimaschinenbau auf der Altchemnitzer Straße (beim Liveclub Sanitätsstelle) ist die erste derartige Anlage in unserer Stadt.
Hier haben sich Anhänger eines Trendsports verwirklicht. Wie schon die Slackliner, die im Sommer das Slackfest im Küchwald auf die Beine stellten, haben aktive Chemnitzer sich selbst organisiert und für Trainingsmöglichkeiten gesorgt. Der Vergleich ist naheliegend, handelt es sich doch bei beiden ursprünglich um Trainingsmethoden fürs Bergsteigen.
Geschaffen wurde eine große helle Halle für einen geselligen Sport für alle Altersklassen, die auch Anfängern einen Zugang zum Fels ermöglicht. Denn Boulder ist englisch für Felsbrocken – während man im Wald oder in der Sächsischen Schweiz erst einmal eine geeignete Stelle finden und einschätzen muss, kann hier an vorgegebenen Problemen in „Absprunghöhe“ geklettert werden. Der Boden ist weich, sodass man sich jederzeit fallen lassen kann.
Zum Tag der offenen Tür am Sonntag liegt Magnesium-Staub in der Luft, viele sind gekommen. Es ist gemütlich warm und an den hölzernen Wänden sind allenthalben verschiedenfarbige Knuppel in Mustern angebracht, die Routen zu ergeben scheinen. Die Halle ist etwa fünf Meter hoch und recht weitläufig, die Wandfläche beträgt 700 qm. Die Knuppel sind Griffe, ihre Farben geben die Schwierigkeitsstufe des Problems an und die beginnen bei ganz einfach. Ingesamt gibt es über 50 Probleme zu lösen. 1500 Griffe werden es in der letzten Ausbaustufe sein. Die einfachen können auch ohne Kletterschuhe bewältigt werden. Werden die Probleme schwieriger, stehen auch Schuhe zum Ausleihen bereit.
Gleich beim ersten Versuch ein Problem zu lösen, ist die Kür. Ehrgeiz und Geschick kann man hier also auch messen – gleich am Samstag ging es beim Bouldercup genau darum. Etwa 130 Teilnehmer kletterten im Jedermann-Wettkampf um die beste Punktzahl. Gewonnen hatte der Dresdner Robert Leistner, André Borovka und Daniel Köhler folgten auf den Plätzen 2 und 3.
Für die Zukunft planen die „Boulderer“ weitere Events, wie z.B. ein Sommerfest. Bis dahin ist noch einige Zeit, um vielleicht selbst bei einem Wettkampf sein Geschick zu zeigen. Das Logo der Boulderlounge zeigt übrigens einen Kletterer am Marx-Monument. Sicherlich freut es die Büste, dass er jetzt seine Ruhe hat und Klettern in Chemnitz ab sofort wesentlich komfortabler möglich ist. Also auf zur Boulderlounge.
Was? Boulderlounge Chemnitz
Wo? im ehemaligen Spinnereimaschinenbau an der Altchemnitzer Straße
Wann? Mo – Fr: 16 – 22 Uhr; Sa/So: 12 – 22 Uhr
Eintritt: Tageskarte 7 Euro (erm. 6 Euro), es gibt auch Elferkarten und Abos
Infos: www.boulderlounge-chemnitz.de/
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