Seit Anfang Dezember und noch bis zum 21. Februar gibt es in den Kunstsammlungen Chemnitz die Ausstellung „Rosa Schapire und die Expressionisten“ zu sehen. Heute ist die Kuratorin der Hamburger Schau mit einem Vortrag zum Leben der Kunstsammlerin Schapire im englischen Exil zu Gast. Leonie Beiersdorf vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg hat innerhalb von zwei Jahren wichtige Werke der verstreuten Sammlung zusammengetragen. Dazu gehören Leihgaben der Tate Modern London, dem Gemeentemuseum Den Haag und den Staatlichen Museen zu Berlin – Nationalgalerie, ingesamt sind 120 Exponate zusammengekommen.
Die Kunsthistorikerin und Sammlerin Rosa Schapire (1874-1954) gilt als Förderin der Künstlergruppe Brücke und war inbesondere mit Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel befreundet. Von einer Aussage des Kunsthistorikers Warburg, der für seine Forschung über die Antike bekannt ist, stammt der Titel der Ausstellung: „Frl. Schapire benimmt sich eigenartig grün“, womit nicht nur die leuchtenden Farben ihrer Kleidung gemeint sind, sondern auch ihr emanzipiertes Auftreten. Die promovierte Kunstgeschichtlerin schrieb Kritiken für Zeitschriften und trat vor allem als Vermittler der Kunst auf. Als Geschenk erhielt die Förderin nicht nur die über 100 Postkarten der Expressionisten mit Terminen und Dankesworten, sondern bekam von Schmidt-Rottluff auch Schmuckstücke gefertigt, 13 davon sind in Chemnitz ausgestellt. 1939 emigrierte sie als Jüdin nach London, von diesem Lebensabschnitt und der Verfolgung des Expressionismus als entartete Kunst wird der heutige Vortrag handeln.
Öffnungszeiten der Ausstellung: Di – So, Feiertag 11 – 18 Uhr, öffentliche Führungen werden Sa, So, Feiertag um 11 Uhr angeboten (keine Anmeldung erforderlich). Sonderführungen: Sonntag, 07. Februar 2010, 11 Uhr: Rosa Schapire und Karl Schmidt-Rottluff.
Was? Expressionism in exile: Rosa Schapire in England, Vortrag Leonie Beiersdorf, Hamburg
Wo? Kunstsammlungen Chemnitz
Wann? Donnerstag, 28. Januar 2010, 18.00 Uhr
Eintritt frei (Vortrag)