Aktion

Schönwetterstreik oder Protestauftakt?!

25. November 2009 2 Min. Lesezeit Chemnitz lebt Redaktion
KURZ EINGEORDNET

Bevor wir tiefer einsteigen: Hier kommt der schnelle Überblick für alle, die sofort wissen wollen, worum es geht.

  • Warum das Thema gerade spannend ist
  • Für wen sich der Tipp wirklich lohnt
  • Was man schnell mitnehmen kann

Während es gestern bei der Demo gegen Kürzungen im Haushalt der Stadt Chemnitz kalte Hunde und Katzen regnete, haben wir heute herrliches Herbstwetter in der Stadt. Trotzdem sind die Studenten der TU Chemnitz anders als in vielen anderen Städten (noch?) nicht auf die Straße gegangen, sondern haben zunächst im größten Hörsaal der Uni über einen Streik abgestimmt. Das Resultat war eindeutig – die Mehrheit der etwa 700-800 Anwesenden stimmte für den Streik und die Besetzung des Raums – kritische Wortmeldungen aus dem Plenum gab es zur Repräsentativität der Abstimmung und zum generellen Sinn des Streiks. Auch Rektor Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes und Prorektorin Prof. Dr. Cornelia Zanger waren anwesend und zeigten sich offen für Gespräche.

Rückblick: Im Sommer 2002 zog unter dem Motto „Ey Mann Wo Ist mein Prof“ eine lange Studentenschlange gegen die Haushaltssperre in die Innenstadt. Damals hatte der StuRa von einer Existenzbedrohung der TU gesprochen. Seitdem gab es immer wieder kleinere Demonstrationen und Fahrten zu Großdemos in andere Städten.

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Studentenprotest 2002 in Chemnitz

Heute waren auf Einladung der Organisatoren vom Bildungsstreik ca. 800 der 10.000 Studenten zur Vollversammlung gekommen. Die Initiatoren hatten im Vorfeld die geringe Wahlbeteiligung bei den Fachschaftsratswahlen als Indiz für zufriedene Chemnitzer Studenten aufgeführt. Lediglich 15 Prozent der Studenten beteiligen sich Jahr für Jahr an den Vertreterwahlen. Kritiker warfen ein, dass über die Vollversammlung nur unzulänglich informiert wurde und die Entscheidung für den Streik und die Besetzung  entsprechend nicht gültig sei.

Die Forderungen des Bildungsstreiks sind: freier Bildungszugang, Demokratisierung der Universität und mehr Mitbestimmung sowie weniger Leistungsdruck und selbstbestimmteres Lernen. Es soll nun ein offener und ehrlicher Dialog mit der Unileitung gestartet werden, ob die Besetzung lange dauere, sei laut Aussage einer der Initiatoren ungewiss. Vielmehr gehe es darum, dass der Bildungsstreik auch in Chemnitz angekommen ist und das denjenigen, die sich engagieren wollen, ein Forum gegeben werde.

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