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4. junge kunstnacht

27. Oktober 2009 2 Min. Lesezeit Chemnitz lebt Redaktion
KURZ EINGEORDNET

Bevor wir tiefer einsteigen: Hier kommt der schnelle Überblick für alle, die sofort wissen wollen, worum es geht.

  • Warum das Thema gerade spannend ist
  • Für wen sich der Tipp wirklich lohnt
  • Was man schnell mitnehmen kann

Bei einer Kunstnacht erwartet man ein „gediegenes“ Erlebnis von Werk und Künstler – bei einer jungen kunstnacht erwartet man, schon wegen dem Schimmel auf den rosa Flyern, freche Unterhaltung, ungewöhnliche Aktionen und viele junge Leute. Eine Kombination aus beidem bot am Samstag die vierte Ausgabe einer solchen Nacht in Chemnitz.

Veranstaltungsort war das einhundertjährige König-Albert-Museum, das klingt schon ehrwürdig. Wenn jedoch im  Gewölbe der Kunstsammlungen eine Quiz-Arena tobt und der Darkroom eine ungewöhnliche Besichtigung bietet, entsteht ein Stimmungsmix aus cool und kulturell. Dabei war gerade das Spiel mit dem Licht in der Dunkelkammer bedeutungsvoller als man auf den ersten Blick erkennen mochte.

darkroom_kunstsammlungenSo starrten im Halbdunkel die Bjørn Nørgaard Skulpturen die Besucher an. Ihr Ausdruck war bestimmt durch die sinistere Bedrohlichkeit ihrer Größe  und die diffuse Undifferenziertheit ihrer Formsprache – einem Flüstern gleichkommend. Versetzt in einen griechischen Tempel sieht sich der Besucher den Geist ihrer Bedeutung suchen. Anders jedoch als im bekannten antiken Gleichnis war es hier nicht der Beobachter, dem etwas vorgeführt wird. Mit einer Taschenlampe als Lichtquelle holte sich zeitgemäß modern jeder seinen eigenen Eindruck, seine eigene Wahrheit im Sinne seiner Anschauung. Zwischen Verstellung und antiplatonischer Unverborgenheit des Seins. Passend dazu findet man im Gästebuch der Sammlung den Ausruf: „Endlich mal wieder moderne Kunst gesehen!“

Während bei der 3. jungen kunstnacht 2008 im Gunzenhauser auch Künstler aktiv wurden und so z.B. aus Holz oder Logikwürfeln das Bild des Mäzens schufen, war die jüngste Kunst im Gebäude wohl die Playgrounds von Olaf Rauh. Auch Bockelmann und Müller fehlten, was etwas schade ist.

Im Quiz-Raum – im Gegensatz zur Ruhe des Darkrooms – viel Aufregung und neugierige Zuschauer. Abwechslungsreich, wie die Stilrichtungen der zu errätselnden Bilder – zwischen Impressionismus und Expressionismus – zwischen Van Goghs Straßencafé, Monets Seerosenteich und Munchs „Der Schrei“. Locker moderiert vom Weihnachtsmann aus der Christmas Carol, Michael-Paul Milow. Die drei Quizgruppen pink, gelb und blau wetteiferten gegeneinander und wurden von den Schauspielern der Kammer-Impro-Show gefordert.

Danach ging’s für viele Leute noch in die Locations der Clubnacht.

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