Wer hinter dem coolen Ausdruck „SessionNet“ ein neues Web 2.0 Angebot für MMORPG oder fürs MP3- oder Video-Streamen der angesagtesten DJs erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Hier geht es nicht um Elfen und Quests, auch wird es keine neue Welten als Upgrade geben, sondern dahinter verbirgt sich die neue Bürgerinfo.
Wer bis jetzt noch nix verstanden hat, dem sind solche virtuellen Welten sicherlich fremd. Jedoch wirkt die sperrige Bezeichnung -Ratsinformationssystem „SessionNet-Bürgerinfo“- auch etwas umständlich. Man ist sich außerdem noch nicht ganz sicher, ob es nun SessionNet geschrieben wird oder lieber mit dem im deutschen Sprachraum immer beliebteren Phänomen des Bindestrichs: Session-Net. Das Chosy Chemnitz Blog berichtete hier ja schon mal über die Englischkenntnisse vom Bürgeramt. Die Benutzung des englischen Ausdrucks wirkt zwar trendig und wurde lediglich vom Softwarehersteller übernommen, bringt uns die Sache aber nicht näher.
Dabei ist das Prinzip der Bürgerinfo das gleiche wie beim Multiplayer Online Role-Playing. Denn nachdem du dich am Realm angemeldet hast, kannst du einen Stamm Mandatsträger oder eine Klasse Sitzung wählen. Das „SessionNet“ ist auf chemnitz.de unter „wichtige Links“ zu finden und ermöglicht einen Zugriff auf öffentliche Vorlagen und Beschlussanträge im Stadtrat und gibt Auskünfte über Beschlüsse. Es gibt also allen Chemnitzern einen Einblick in die Vorgänge im Rathaus und macht die Lokalpolitik etwas bürgernäher.
Für die erste Sitzung des Stadtrates am 5. August steht schon der Plan online. Hier erfahren wir, dass neben der Konstituierung schon über einen vierten verkaufsoffenen Sonntag am 8. November abgestimmt werden soll.
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edit: Wir freuen uns, wenn Leute durch einen bestimmten Artikel auf uns aufmerksam werden und dann dem Blog treu bleiben. So scheint es auch im Fall von Sven Krenkel-Laske gewesen zu sein. Drei Tage nach diesem Beitrag hier schreibt er ebenfalls über SessionNet in seinem Blog. Ein kleiner Auszug:
Es trägt den etwas sperrigen Begriff „SessionNet Bürgerinfo“. Ob der Produkttitel des Herstellers beibehalten wird, wage ich zu bezweifeln.
Gerade das Bevölkerungsalternde Chemnitz wird mit Anglizismen wie SessionNet nichts anfangen können.
Der Jugend sei gesagt, es handelt sich hier um kein MP3-Downloadportal und ebenso wenig hat es mit „Killerspielen“ zu tun.(Quelle: Sven Krenkel-Laske, 29.07.2009, http://www.gemeinsam-fuer-chemnitz.de/sessionnet-buergerinfo.php)
Nein, ihr habt kein Déjà-vu. Das Wort „sperrig“ kommt nun wirklich nur bei uns im Zusammenhang mit SessionNet vor und dass Herrn Krenkel-Laske in dem Kontext ein MP3-Downloadportal einfällt, ist auch äußerst abwegig. Am witzigsten ist dabei noch, dass er unter all seine Beträge „(Quelle: Sven Krenkel-Laske)“ schreibt. 🙂 Ich dachte ja immer, es wäre normal, dass wenn man einen Artikel in seinem eigenen Blog veröfffentlicht, dieser auch von einem selbst verfasst wurde. Wahrscheinlich habe ich wieder den neuesten web 2.0 Trend verpasst.
Sie lasen aus der Rubrik „Wie Chosy sich mittlerweile daran gewöhnt hat, dass Texte und Bilder ohne Quellenangabe kopiert werden“