Im Bereich der Charlottenstraße, Bernhardstraße, Reineckerstraße und Kreherstraße kam es heute von 12 bis 14 Uhr aufgrund von Sprengarbeiten zu Sperrungen. Zwei Schornsteine fielen auf dem Gelände der ehemaligen Gießerei, die zuletzt unter dem Namen AWS Schuhmacher GmbH & Co. Metallguss KG tätig war, dem Dynamit und der Erdanziehung zum Opfer. Kurz nach 13 Uhr ertönten die Warnsignale und die letzten Überreste der Metallgießerei, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1997 produzierte, wurden gesprengt. Nun entstehen auf dem 15.000 m² großen Areal 21 Einfamilienhäuser.
Zur Geschichte der Gießerei steht in der Pressemitteilung der Stadt:
1899 erwarb das Familienunternehmen Prippenow das Grundstück in Gablenz und errichtete in der Bernhardstraße 96, Ecke Kreherstraße auf freiem Feld eine Gießerei. Ab 1900 wurde dort produziert. Das Metallgußwerk Thomas Prippenow spielte in ihrem Fachgebiet eine bedeutende regionale und überregionale Rolle. Im 1. Weltkrieg beauftragte das Reichsmarineministerium das Unternehmen für den Schiffsmaschinenbau und U-Boot-Bau zu produzieren. Ab 1935 wurde die Firma in das Rüstungsprogramm des Dritten Reiches integiert und produzierte für Luftwaffe und Luftabwehr. Nach dem Ende des Krieges erfolgte eine Teildemontage der Metallgießerei als Reparationsleistung an die UdSSR. Mit 55 Beschäftigen blieb der enteignete Betrieb bis 1949 unter Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration. In der DDR profilierte sich der Betrieb, mehrfach rekonstruiert, zu einer Kundengießerei mit breiter Erzeugnispalette. Ab 1. Juni 1990 gehörte die Metallgießerei als Werk II der Eisen- und Stahlgießerei Chemnitz GmbH zur Deutschen Waggobau AG Berlin. 1991 wurde sie ausgegründet und privatisiert als AWS-Schuhmacher GmbH+Co. Metallguß KG, Chemnitz. Sie produzierte bis zu ihrer Insolvenz 1997. (Quelle: Pressestelle Stadt Chemnitz)
Fotos von der Schornsteinsprengung mit Volksfestcharakter 😉 gibt’s in unserer Galerie.
Das Video zur Sprengung: