Im Sportforum wird vom Theater Chemnitz noch am Samstag (4.7.) und Sonntag (5.7.) jeweils 21 Uhr der Liederabend „Männer – Ein Stadionabgesang“ von Franz Wittenbrink aufgeführt. Stück und Aufführungsort garantieren einen emotionalen, abwechslungsreichen und zugleich gelösten Abend unter freiem Himmel. Doch geht es hier nicht um die Tragik der Vize-Weltmeisterschaft, sondern um die wichtigste Sache im Leben vieler Vertreter des starken Geschlechts: Frauen.
Der Stadionabgesang ist ein Stück, welches Männer zeigt, die aus sich heraus gehen. So treten hier nicht zwei Teams mit jeweils elf Spielern an, um den Ball ins gegnerische Tor zu taktieren. Die Ereignislosigkeit eines unentschiedenen Heimspiels führt acht Zuschauer auf den Rängen zusammen im Team der Männer.
Sie stehen stellvertretend für alle Geschlechtsgenossen. Das andere Team im Lebensspiel, die Frauen, werden mit allen möglichen Emotionen bedacht. In Liedern verschiedenster Stile vom Schlager bis zum rockigen Stück klagen sie von zerbrochenen Herzen, zerrütteten Ehen, Untreue und ihren Schicksalen. Ihre eigene Schuld bleibt nicht unaufgeklärt.
Die eher schmerzlichen Geschichten stehen in Konkurrenz mit Erinnerungen an glückliche Zeiten sowie romantische Momente. Die Stimmung schwankt zwischen Melancholie und Überschwang. Lieder wie „Sex Machine“ und „Wild Thing“ wechseln sich ab mit „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau’n“. Unterstützt werden sie beim Gesang vom Piano.
Ebenso unterschiedlich wie die Lieder sind die Protagonisten. Acht Männer wie sie stereotyper nicht sein können: der eine wirkt wie ein Lehrer mit seiner Ledertasche, der andere spielt den durchgedrehten Macho-Typ, der andere einen hintergründigen Liebhaber, dann natürlich der verlassene Geschäftsmann im Trenchcoat und der Rentner mit Herren-Handtasche. Der eine singt von der Erinnerung an die erste Liebe „um die Schulter trug sie nur ihr langes Haar“ und sein Erwachen nach einer denkwürdigen Nacht als Mann. Der andere singt von seinem Talisman „der kleine Bär mit großen Ohren“, welcher als einziger ihm treu sei.
Am Ende tritt dann doch noch eine Frau auf. Wie es ausgeht, solltet ihr aber selbst herausfinden.

