Teuflisches geht auf Chemnitzer Straßen vor sich. Übermächtige Wesen haben über den Winter ihr Unwesen getrieben.
Während wir gemütlich dem TV-Programm folgten und die Bürgersteige ab 19 Uhr hochgeklappt waren, trieben SIE draußen ihr Unwesen: die gemeinen Schlaglochfresser. Da sie bei Schnee keine Nahrung finden konnten, fraßen sie flache oder tiefere, runde oder längliche Löcher in den Asphalt – eben Schlaglöcher.
Jetzt im Frühling können wir ihr Werk mit Ehrfurcht und Abscheu bestaunen. Neulich sind auch wir durch so einen kleinen Bruder der Schwarzen Löcher gefahren. Dabei ist uns das Getränk im Pappbecher leicht über den Rand gelaufen. Oh weh!
Ein ähnliches katastrophales Erlebnis hat wohl die Freie Presse dazu bewogen, unter ihren Lesern einen Wettbewerb auszurufen: „Wo klafft das größte Schlagloch der Region“. Sie fragt: Wer leidet unter dem „schlimmsten Schlagloch“ in seiner Nachbarschaft? 😯 Der Favorit soll „möglichst mit Längen- und Tiefenangaben“ schnellstens gemeldet werden. Ja, am besten millimetergenau!
In Chemnitz sind die Schlaglöcher meist so tief, dass eine direkte Verbindung zur Unterwelt hergestellt wird. Komischerweise ist dort unten meist mehr los als überirdisch. Krasse Beats hallen aus den Löchern und Cocktails schwappen über den Rand.
Normalerweise sind die Schlaglöcher laut Tiefbauamt innerhalb von drei Wochen wieder repariert. Mal besser, mal schlechter. Aber in jenen drei Wochen kann in einem Chemnitzer (Rentner)leben viel passieren. Aufgrund dieser großen Gefahr, hat sich die Freie Presse nach Rücksprache mit NATO, UNO und Google zu einer verzweifelten Aktion entschlossen: Sie schickt ihre automatischen Redaktionsroboter los. Die roten Roboter in Form von Teufeln 👿 (Schlaglochteufel!?!) sperren das Schlagloch und alle Straßen im 50 km Radius ab, um so uns Autofahrer zu warnen.
Welch freimütige Aktion dies ist, kann man daran erkennen, dass diese Gestalten sonst den Kaffee in der Redaktion kochen und diverse Kleintätigkeiten übernehmen.
An die Schlaglochfresser denkt dabei wohl aber niemand. Dabei haben auch jene Tierchen unseren Respekt verdient. Wo sollen sie ihren Nachwuchs großziehen, wenn wir die Eingänge zu ihren Wohnhöhlen mit „Kalt- oder Heißasphalt“ verschließen? Übernehmt deshalb eine Schlagloch-Patenschaft in eurer Umgebung und rettet die süßen Tierchen❗
