“Ost und West” ist das Thema der Lesungsreihe von Eske Bockelmann und Burkhard Müller in diesem Semester. Die beiden Philologen stellen jedes Semester drei bis vier Autoren und deren Werk in einer thematischen Lesereihe vor. Bockelmann dürfte euch aus seiner Stadtstreicher-Kolumne bekannt sein. Müller ist Latein-Dozent an der TU Chemnitz sowie Autor und Literaturkritiker – im März 2008 wurde ihm der Alfred-Kerr-Preis verliehen. Das Thema der beiden am 15.12. ist:
Wolfgang Hilbig (1941 – 2007)
Hilbigs erste Versuche als Schriftsteller – seine bevorzugte Gattung war zu jener Zeit die Lyrik – blieben in der DDR ungedruckt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde man durch einige seiner Gedichte in der Anthologie Hilferufe von drüben (1978) auf ihn aufmerksam. Sein erster Lyrikband Abwesenheit (1979) erschien im S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main, was Hilbig eine Geldstrafe wegen „Devisenvergehens“ einbrachte.
Ende der 1970er Jahre gab Hilbig seine Tätigkeit als Heizer auf und arbeitete nur noch als Schriftsteller. Mit der Unterstützung Franz Fühmanns wurden 1980 erstmals einige seiner Gedichte in einer DDR-Zeitschrift gedruckt.[5] Sein Prosaband Unterm Neomond (1982) wurde bei S. Fischer veröffentlicht. Die Lyrik- und Prosasammlung Stimme Stimme erschien 1983 bei Reclam in Leipzig, wenn auch mit sichtbaren Eingriffen der Zensur („das meer in sachsen“).
1985 erhielt Hilbig ein bis 1990 gültiges Visum für die Bundesrepublik Deutschland. Während dieser Zeit publizierte er nicht nur weitere Erzählungen und Gedichte, sondern auch sein Romandebüt Eine Übertragung (1989), das von der Literaturkritik mehrheitlich gelobt wurde.
Thema seiner Arbeiten blieb, auch über die Wende hinaus, die Doppelexistenz als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR sowie die Suche nach Individualität. Im Mittelpunkt seines zweiten Romans, „Ich“ (1993), der ebenfalls günstige Aufnahme im Literaturbetrieb fand, steht ein erfolgloser Lyriker, der für die Staatssicherheit der DDR arbeitet. Auch seine Erzählbände Die Arbeit an den Öfen (1994) und Die Kunde von den Bäumen (1996) drehen sich um Leben und Arbeiten in seiner Heimat in Mitteldeutschland. Hilbigs dritter Roman Das Provisorium (2000), auch dieser wohlwollend kritisiert, weist deutlich autobiografische Züge auf. (Quelle: Wikipedia)
Die Lesung findet um 20 Uhr im Weltecho statt.